Eine Geschichte zwischen Berlin und Istanbul
Der plötzliche Tod seiner Mutter bringt einen jungen Deutschtürken in eine unerwartete Situation. Cihan ist gerade dabei, sich mit Kollegen eine Karriere in einem internationalen Netzwerk aufzubauen - nun muss er zurück zu seiner Familie nach Berlin.
Die Wiederbegegnung mit seiner Familie konfrontiert ihn mit seiner Vergangenheit - und einer Musik, die er bisher nicht kannte - den türkischen Tango. Den hatte schon seine Großmutter unter Atatürk getanzt, und es hieß, seine bedeutendste Sängerin sei Geliebte des Staatsgründers, der Tango selbst Symbol einer neuen, offensiv westlich orientierten Lebensweise gewesen. Tango hatten auch seine Eltern getanzt - allerdings in den 80ern, in einer anderen Zeit unter den schwierigen Bedingungen nach dem Staatsstreich.
Doch Cihan will das alles nicht wissen, was geht ihn die Türkei von damals (und heute) an, der Putsch 1980, die Repressionen und der Widerstand, das Leben als "Gastarbeiter" in Deutschland - er will so rasch als möglich weg, fort von den Familiengeschichten, den großen Emotionen, Gesten und der Nostalgie des Tangos. Er will zurück zu seiner Gegenwart, seinen Freunden und Projekten. Doch mit dem Auftauchen von Vera, einer deutschen Bekannten seines Vaters, nimmt alles eine neue Wendung.
TangoTürk ist - nach Türkisch für Liebhaber - ein weiterer Schritt auf dem Weg zur Entwicklung und Etablierung eines neuen "Formats": des auf Nachhaltigkeit angelegten deutsch-türkischen Theaters mit Musik, in diesem Fall mit dem hier kaum bekannten türkischen Tango.
Gefördert auch durch den Hauptstadtkulturfonds




Besetzung
Musikalische Leitung: Hans-Peter Kirchberg / Sinem Altan
Regie: Lotte de Beer
Choreographie: Julieta Figueroa
Ausstattung: Marouscha Levy
Mit: Sanam Afrashteh, Kerem Can, Vedat Erincin, Renée Kloninger, Sesede Terziyan, Begüm Tüzemen, Beren Tuna
Autor
Sinem Altan/ Kerem Can
Spielort
Neuköllner Oper (Stadtplan)
Karl-Marx-Str. 131-133
12043 Berlin