Freie Volksbühne Berlin
Freie Volksbühne Berlin e.V. Eugen Onegin

Er ist der Gott der russischen Literatur: Alexander Sergejewitsch Puschkin (1799-1837) gilt als Schöpfer der modernen russischen Literatursprache, und zwar gleichermaßen für Prosa, Dramatik und Lyrik. Seine Sprache ist elegant, leicht und einfach - mitunter aber auch derb bis vulgär, scharf und verletzend. Er galt als überragender Intellektueller, Rebell und volksnaher Dichter. Aus der Hauptstadt St. Petersburg verbannte man ihn in den Kaukasus, sein Leben lang stand er unter behördlicher Aufsicht. Er überlegte, den Zaren zu töten, und wenn dies nicht gelänge, dann vielleicht sich selbst. Er provozierte nicht nur Wortgefechte sondern gerne auch Duelle mit geladenen Pistolen - was ihm schließlich mit 37 Jahren zum Verhängnis wurde. "Eugen Onegin" ist Puschkins berühmtestes Werk. Die dramatische Geschichte um die unerfüllt bleibende Liebe der jungen, romantischleidenschaftlichen Tatjana aus der Provinz zu dem des hauptstädtischen Adelslebens überdrüssigen Beaus Eugen Onegin, der diese zu spät erwidert, ist zeitlos in ihrer sensiblen und realistischen Darstellung zwischenmenschlicher Beziehungen und gleichzeitig hochgradig eingebunden in ein ganz konkretes gesellschaftliches Umfeld. Welches Leben lebten die Figuren, die als typische Vertreter der damaligen Zeit verstanden wurden? Was steckt in und hinter den meisterhaft gestalteten puschkinschen Zeilen? Der Literaturwissenschaftler Jurij Lotman näherte sich dem "Roman in Versen" in seinen "Kommentaren" durch eine detaillierte Beschreibung der Lebensweise der adligen Gesellschaft im 19. Jahrhundert. Diese detektivische Spurensuche bezieht der Regisseur Alvis Hermanis in seine Inszenierung ein. Er geht auf Entdeckungsreise in eine ferne Welt, in der männliche Taillen geschnürt wurden bis ihre Besitzer röchelten, Kaufmannstöchter im Dienste ihrer Schönheit die Zähne schwärzten und Kutscher vor dem Theater beim Warten auf ihre Herrschaft erfroren, während im festlichen Saal die Dandys als Akt gesellschaftlichen Protestes durch ihre Brillen demonstrativ gelangweilt die Reihen der herausgeputzten Damen musterten.

Schaubühne am Lehniner Platz

Eugen Onegin

Schauspiel/Literarischer Abend, 19.01.2014

Termine und Karten

Bild ansehen

Er ist der Gott der russischen Literatur: Alexander Sergejewitsch Puschkin (1799-1837) gilt als Schöpfer der modernen russischen Literatursprache, und zwar gleichermaßen für Prosa, Dramatik und Lyrik. Seine Sprache ist elegant, leicht und einfach - mitunter aber auch derb bis vulgär, scharf und verletzend. Er galt als überragender Intellektueller, Rebell und volksnaher Dichter. Aus der Hauptstadt St. Petersburg verbannte man ihn in den Kaukasus, sein Leben lang stand er unter behördlicher Aufsicht. Er überlegte, den Zaren zu töten, und wenn dies nicht gelänge, dann vielleicht sich selbst. Er provozierte nicht nur Wortgefechte sondern gerne auch Duelle mit geladenen Pistolen - was ihm schließlich mit 37 Jahren zum Verhängnis wurde.
"Eugen Onegin" ist Puschkins berühmtestes Werk. Die dramatische Geschichte um die unerfüllt bleibende Liebe der jungen, romantischleidenschaftlichen Tatjana aus der Provinz zu dem des hauptstädtischen Adelslebens überdrüssigen Beaus Eugen Onegin, der diese zu spät erwidert, ist zeitlos in ihrer sensiblen und realistischen Darstellung zwischenmenschlicher Beziehungen und gleichzeitig hochgradig eingebunden in ein ganz konkretes gesellschaftliches Umfeld. Welches Leben lebten die Figuren, die als typische Vertreter der damaligen Zeit verstanden wurden? Was steckt in und hinter den meisterhaft gestalteten puschkinschen Zeilen? Der Literaturwissenschaftler Jurij Lotman näherte sich dem "Roman in Versen" in seinen "Kommentaren" durch eine detaillierte Beschreibung der Lebensweise der adligen Gesellschaft im 19. Jahrhundert. Diese detektivische Spurensuche bezieht der Regisseur Alvis Hermanis in seine Inszenierung ein. Er geht auf Entdeckungsreise in eine ferne Welt, in der männliche Taillen geschnürt wurden bis ihre Besitzer röchelten, Kaufmannstöchter im Dienste ihrer Schönheit die Zähne schwärzten und Kutscher vor dem Theater beim Warten auf ihre Herrschaft erfroren, während im festlichen Saal die Dandys als Akt gesellschaftlichen Protestes durch ihre Brillen demonstrativ gelangweilt die Reihen der herausgeputzten Damen musterten.





Besetzung

Regie: Alvis Hermanis
Bühne: Andris Freibergs
Mitarbeit Bühne: Elena Zykova
Kostüme: Eva Dessecker
Dramaturgie: Carola Dürr
Licht: Erich Schneider

Mit: Robert Beyer, Eva Meckbach, Sebastian Schwarz, Tilman Strauß, Luise Wolfram

Autor

Alexander Puschkin

Spielort

Schaubühne am Lehniner Platz (Stadtplan)

Kurfürstendamm 153
10709 Berlin

Suche starten

Mo bis Fr 10.00-18.00 Uhr
Sa 10.00-14.00 Uhr

Telefon (030) 86 00 93-51/52
Telefax (030) 86 00 93-88

service@lustaufkultur.de

Freie Volksbühne Berlin
Ruhrstraße 6, 10709 Berlin

Vernetzt